wir sterben niemals aus
vanity Fair Charts

http://www2.vanityfair.de/articles/leute/madeleine-von-schweden/2007/07/20/02228/

Da steht nicht wirklich was über TH aber wenn es euch interessiert schaut dort doch vorbei^^

25.7.07 13:14


Tokio Hotel begeistern Frankreich

http://www.chart-king.de/include.php?path=content/articles.php&contentid=21549

 

"Tokio Hotel" begeistern in Frankreich
16.07.2007

PARIS (chart-king.de) - "Tokio Hotel" avancieren in Frankreich zu Megastars. Zum einen spielten die vier Jungs aus Magdeburg zusammen mit Marilyn Manson und "Placebo" beim "Terre Neuvas"-Festival vor rund 40.000 Zuschauern, zum anderen begeisterten sie wenig später rund 50.000 Fans bei einem Konzert unter dem Eifelturm. "Tokio Hotel" gaben dort anlässlich des französischen Nationalfeiertages ein kleines Konzert. Und der Erfolg nimmt kein Ende. Laut der Plattenfirma "Universal" ging das Album von Bill, Tom, Georg und Gustav in Schweden direkt auf Platz eins.

Übrigens: "Tokio Hotel" wollen demnächst auch Deutschland wieder rocken. Im September soll eine Live-DVD über ihre "483 European Tour" auf den Markt kommen. (chart-king.de berichtete)

 


25.7.07 13:11


Tokio Hotel rocken mit Marilyn Manson

http://www.zoolamar.com/2007/07/16/tokio-hotel-rocken-mit-marilyn-manson/

 

Tokio Hotel rocken mit Marilyn Manson

Innerhalb von nur einer Woche entflammten TOKIO HOTEL erst zusammen mit MARILYN MANSON und Placebo 40.000 Menschen auf dem dem Terre Neuvas - Festival und dann rockten sie mit Ihren deutschen Texten über 500.000 Franzosen unter dem Eifelturm.
tokio hotel
Am 14. Juli spielten Tokio Hotel anlässlich des französischen Nationalfeiertages als erste deutsche Band vor weit über einer halben Million Besuchern.

Die Band darf einen internationalen Erfolg nach dem anderen feiern: erst vor wenigen Wochen erhielten sie Gold- und Platin - Awards in Russland, vor zwei Wochen ging ihr Album direkt auf Platz 1 der schwedischen Albumcharts… und darüber hinaus wächst der Erfolg in Frankreich unaufhörlich!

Für September plant die Band aktuell einen LIVE DVD - Release ihrer “483 European Tour” für Deutschland.

25.7.07 13:10


http://www.sueddeutsche.de/,tt5m3/muenchen/artikel/492/111381/

Auch hier gibt es wieder eine bilderstrecke dazu: 

http://www.sueddeutsche.de/,tt5m3/muenchen/artikel/492/111381/

 

Der Tag, an dem Bill kam

Kreischende Mädchen und 93 Sanitäter-Einsätze: "Tokio Hotel" mit Bill Kaulitz spielte in der Münchner Olympiahalle. Ein Abend mit vier jungen Musikern, die "durch den Monsun" gingen und ein Teenie-Traum wurden.
Von Hans-Jürgen Jakobs

"Es ist ein Traum aller Mädchen, Bill zu sehen. Und ich werde ihn sehen.“

Der Tag, an dem Bill Kaulitz nach München kommt, ist für weibliche Teenager so etwas wie der Tag des Jahres, auch für die zwei Töchter des Reporters. Hunderte warten am Dienstag schon Stunden vor dem Konzert in der Olympiahalle; einige waren in der Nacht zuvor da. Kreisch-Alarm! Und es gibt einige "Versorgungen", wie das die Sanitäter von der Johanniter-Unfallhilfe nennen.

Tokio Hotel sind eine sympathische, ziemlich normale Band, so wie die Vier auf den Plastikstühlen im inneren Trakt der Olympiahalle sitzen. Meistens redet Bill, gelegentlich im Duett mit seinem Bruder Tom. "Wir lieben die großen Städte und hassen die Dörfer", sagt der 17-Jährige auf die Frage nach dem Namen der Gruppe: "Tokio ist eine Stadt, in die wir hinwollen, und Hotels sind der Ort, an dem wir leben.“

In den Katakomben der Halle sitzt Bill 90 Minuten vor dem Konzert in einem der kleinen Räume und sagt: "Ich finde das cool, wenn unsere Fans so lange warten. Es ist natürlich traurig, wenn sich jemand unterkühlt hat. Manchmal lassen wir auch Decken und Suppen verteilen."

Bill Kaulitz ist zusammen mit seinem Zwillingsbruder Tom sowie den anderen Gruppenmitgliedern Georg und Gustav die Rockband Tokio Hotel, ein deutsches Phänomen, vor zwei Jahren entstanden in der ostdeutschen Tiefebene bei Magdeburg - und nun, kurz vor dem Erwachsenwerden, noch immer ein kollektiver bundesweiter Mädchentraum.

"Bill, mach mir ein Kind!"

"Wir werden uns niemals trennen, egal, was kommt", wird Bill Kaulitz am Ende dieses Abends in der Konzertarena zu Tom Kaulitz vor geschätzten 6000 Mädchen sowie 600 Müttern und Vätern sagen.

Er wird "München!“, "München!“ brüllen und ein Plakat im Publikum - "Bill, mach mir ein Kind!“ - mit der Frage kommentieren: "Jetzt gleich?“ Es gibt auch Four-Letter-Words auf den bemalten Pappkarrees, die die kreischenden Mädchen hochhalten. Eine tanzt im schwarzen BH. Aber es fliegen nicht mehr so viele Kuscheltiere wie früher. Der Sprung muss groß sein für jemanden, der wie die Kaulitz-Geschwister im Kalibergbau-Örtchen Loitsche bei Madgeburg gelebt hat. "Nervös sind wir immer“, erzählt Bill, "es gibt mehr Druck als auf unserer letzten Tour. Wir haben das Dreifache an Crew mit."

Sie waren diesmal in Städten wie Wien und Paris und stellten ihre aktuelle CD "Zimmer 483“ vor. Beim letzten Mal in München war es noch die kleinere Zenith-Halle, in der Tokio Hotel spielten. Nun rocken sie, wie Shakira oder Pink, im weiten Rund der Olympiahalle, was eine ziemliche Aufgabe sein kann, wenn sie nicht vollbesetzt ist. Tokio Hotel spielt das Programm professionell durch. Eingängige Refrains, prägnante Riffs. Solid Rock. Gänsehaut bei "Durch den Monsun".

Auf die Bühne gehievt

Sänger Bill Kaulitz, dessen androgyne Ausstrahlung oft Thema in den Medien ist, steht den kraftraubenden Part des Frontmanns bravourös durch. Seine Haare sind toupiert wie einst bei Nina Hagen. Er spricht im Klatsch-Kreisch-Gewitter von "echten Fans“ und holt bei einem Interrupti eine Birgit aus dem Fan-Volk unter ihm; sie wird von massigen Ordnern auf die Bühne hochgehievt. Und dann singt Birgit mit Bill vom "letzten Tag".


 
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"Das Wichtigste ist, dass ich nicht krank bin, dass wir hier sind und das alles funktioniert", hat Bill Kaulitz vor dem Auftritt gesagt. Der Stern schrieb von "Nirvana für Teenies“. Und im Spiegel hat ein sogenannter Pop-Journalist Tokio Hotel tatsächlich mit den Beatles verglichen, was die deutschen "Fab four" stolz gemacht hat und zumindest von der Anzahl der Gruppenmitglieder gesehen stimmt.

Dass Bill & Co. das Gekreische einmal zu viel wird und sie wie die Beatles nur noch im Studio arbeiten, ist indes nicht zu erwarten: "Live macht mehr Spaß als im Studio." Und überhaupt, die Beatles, das sei eine ganz andere Zeit gewesen.

In Jugendzeitschriften und auf Internetseiten ist noch immer alles Mögliche über die gute Live-Band Tokio Hotel zu lesen. Bill Kaulitz amüsiert sich über angebliche Zitate, Gerüchte und Stories wie in einer Publikation namens Hey, wonach Tom jetzt "der King" der Band sei und ihm deshalb per Fotomontage eine Krone aufgesetzt wurde.

"Viele bekommen kein Interview und müssen dennoch etwas schreiben. Dann wird halt etwas erfunden. Man kann nur 50 Prozent davon glauben, was man liest." Schlimm seien die Paparazzi, die selbst im Urlaub den Musikern nachjagten. In Deutschland gehen sie ohnehin immer nur alleine weg, nie zu viert - und dann immer in Verkleidung.

Fehlende Eltern-Aufbewahrung

Beim Konzert hüpfen blonde Acht-Klässlerinnen auf der Tribüne. Mamas tanzen mit, Papas lassen sich fotografieren. Martina sagt, als Bill anfängt zu singen, sie habe ihr Handy nicht aufgeladen, und ihre Mutter schimpft auf der Tribüne: "Du hast es Monate gewusst!" Doch dann hält das Handy durch, und Martina kann viele Fotos machen von den Helden auf der Bühne.

Unten, im Innenraum, weint ein Tokio-Hotel-Fan. "Ich will zurück zu Bill!", schluchzt sie zur verzweifelten Mutter. Die Ordner hatten sie aus der ersten Reihe geborgen, weil sie arg gedrückt wurde und kaum mehr Luft bekam. Schrei, wenn du kannst! In Frankfurt hatten Veranstalter sogar eine Elternbetreuungsstelle eingerichtet für alle Älteren, denen das Treiben zu viel wurde, mit Kaffeetischen und Zeitungen.

In München fehlt so eine Eltern-Aufbewahrung. Wer die Ordner in der Olympiahalle danach fragt, bekommt nur ungläubiges Kopfschütteln als Antwort. Eine Getränkeverkäuferin zeigt lachend auf den flachen Kühl-Sarg hinter ihr: "Das wär' doch was!"

Schon mit neun Jahren hat Bill Kaulitz komponiert. Mit 13 hat er sich, mit wenig Erfolg, bei "Star Search" auf Sat.1 beworben, eine der vielen Castingshows des deutschen Fernsehens. Das sei eine verlorene Wette um ein Mädchen gewesen, erzählt sein Bruder Tom: "Aber es war gut, dass es nicht geklappt hat." Bill sagt, er wäre ohnehin nie im Finale aufgetreten, das sei nicht ernstgemeint gewesen. Er wollte lieber Musik in der Gruppe machen, die damals Devilish hieß.

Für Bill die Schule schwänzen
Das erinnert ein wenig an Max Buskohl, den sie jetzt bei RTLs "Deutschland sucht den Superstar" kurz vor dem Finale entfernt haben, weil der gute Max lieber mit seiner Gruppe auftritt als solo unter Ägide des Senders und des dazugehörigen Medienkonzerns. "Wer ist Max Buskohl?", fragt Bill Kaulitz irritiert. Auf einer solchen Tour bekommt man nichts mit von Kleinigkeiten wie dem Zank bei RTL.

Nach dem Konzert kaufen viele Besucherinnen diesmal die Münchner Abendzeitung. Das Boulevardblatt macht mit der Geschichte auf, dass die Münchner Polizei am Dienstag vor der Olympiahalle Schulschwänzer gejagt habe, die für Bill den Unterricht ausfallen ließen, nur um ihm ganz nah zu sein. "Echt krass", sagt eine der jungen Zeitungskäuferinnen.

"93 Versorgungen (davon sechsmal männlich), zwei Abtransporte in Krankenhäuser", bilanzieren die Johanniter. Der Kreislauf machte nicht mehr mit. In der U-Bahn, auf ihrer Heimfahrt, lassen auffallend viele Mädchen auf ihren Handys noch einmal Bill Kaulitz auf der Bühne erscheinen. Er selbst sitzt zu dieser Zeit mit seiner Band noch beim Essen, und dann geht es weiter mit dem Tour-Bus nach Berlin. Irgendwann wird die Reise vielleicht wirklich nach Tokio führen, in Moskau waren sie schon.

"Das ist jetzt meine Lieblingsband, sie sind besser als Silbermond", sagt die jüngere Tochter nach dem Interview mit Tokio Hotel. Die andere sagt: "Es ist sicher schön, Popstar zu sein - aber auch sehr stressig."

Das also war der Tag, an dem Bill Kaulitz nach München kam.

 

 

 

29.4.07 17:48


http://www.sueddeutsche.de/,ra10m4/muenchen/artikel/337/111226/

auch hier könnt ihr euch die tollen bilder zumartikel anschauen: 

http://www.sueddeutsche.de/,ra10m4/muenchen/artikel/337/111226/

 

24.04.2007    10:07 Uhr   
Trennlinie
Tokio Hotel
Bill Kaulitz
Foto: AFP

Visual Kei auf Deutsch

Warum Tokio Hotel
so aussieht wie Tokio Hotel

Bill Kaulitz` schwarz geschminkte Augen sind mehr als Mode - die Geschichte einer kulturellen Rückkopplung.
Von Klaus Raab

Wenn es einen Ort gibt, der Gwen Stefani, Marilyn Manson und Tokio Hotel eine gemeinsame Geschichte gibt, dann ist das wohl Harajuku. Harajuku ist ein Bahnhofsviertel in Tokio, und als das für die Marke "Hello Kitty" bekannte Unternehmen Sanrio einmal für jeden bekannten Teil Tokios eine charakteristische Kitty herstellte, bekam Harajuku ein schwarzes, wüst geschminktes Katzenpaar.

Hier hat sich die Rockband X, später X-Japan, vor fast 25 Jahren die visuellen und musikalischen Ideen von optisch exzentrischen Metalbands wie Kiss, Iron Maiden und den deutschen Helloween angeeignet. X-Japan brachten die Poser-Metal-Frisuren, Haarfärbemittel, schwarz-rote Lacklederklamotten und einen Hang zum Androgynen auf die Straßen Tokios, was im schuluniformierten Japan durchaus einen subversiven Einschlag hatte. X-Japan waren Pioniere der japanischen Jugendkultur Visual Kei, zu deutsch etwa "visueller Stil". Und Scharen von Jugendlichen eiferten ihnen nach.

Wie aus einem Manga-Comic

Dass es dabei von Anfang an um Originalität und Individualität ging, sorgte für stete Veränderung. Visual Kei lebte durch die Vermischung der neuen Optiken mit japanischen Elementen: Bald sahen Jugendliche in Harajuku aus wie lebende, aus einem viktorianischen Mädcheninternat ausgebrochene Figuren aus Manga-Comics. Sie ließen bunte Anime-Elemente und Ideen aus dem traditionellen Kabukitheater einfließen. Inzwischen ist Visual Kei in Harajuku in einen heterogenen visuellen Freestyle übergegangen.

Visual Kei ist wie Second Life ohne Internet: eine Möglichkeit, ein anderes Ich zu kreieren. Nur dass der Avatar nicht virtuell ist - er steckt im eigenen Körper: Morgens ist Schule, und nachmittags ist zweites Ich. Solche Formen der Ego-Aufhübschung sind kultur- und zeitübergreifend, doch in Japan wird die Kunst der Verkleidung mit wechselnden Moden und Stilen schon seit Jahrhunderten vielfältig praktiziert.

Schon im berühmten Roman "Die Geschichte vom Prinzen Genji" der Hofdame Murasaki aus dem 11. Jahrhundert ist von Distinktion durch Schönheit, von einwandfreien Farbkombinationen und so etwas wie metrosexuellen Gesichtszügen die Rede. Ob in Kunst, religiösen Zeremonien, Strip Shows oder nun Visual Kei - seit jeher ist die Lust an der theatralischen Inszenierung ein verbindendes Element japanischer Kultur. Und so ist sehr japanisch geworden, was mit der Adaption westlichen Rockglamours begann.

Bei der rückläufigen Adaption kommen dann Gwen Stefani, Marilyn Manson und Tokio Hotel ins Spiel. Erst gingen die Zeichen aus dem Westen nach Japan. Als japanisches Phänomen, mit neuen Bedeutungen gefüllt und um zahlreiche populäre Elemente ergänzt, schwappten sie im Zuge der wachsenden Popularität von Mangas und Anime-Serien über das Internet vor einigen Jahren wieder zurück.

Brian Warner, der Marilyn Manson verkörpert, ist mit Hideto Matsumoto, einem Mitglied der Visual Kei-Pioniere X-Japan, befreundet gewesen; Mansons rothaarige Phase war Matsumotos Einfluss. Gwen Stefanis Begleiterinnen auf einer Tournee hießen "Harajuku Girls". Star und Tänzerinnen sahen dabei aus, als seien sie einem Manga-Comic entsprungen.


Und wie Stefani und Manson ist auch der wild frisierte, androgyn geschminkte Bill Kaulitz in seinem Bereich eine Stilikone. Kaulitz, dessen Band mit dem diesbezüglich vielsagenden Namen Tokio Hotel auch eine japanische Version des Songs "Durch den Monsun" aufgenommen hat, ist optisch ein Paradebeispiel für Visual Kei.

Wenn man aber deutsche Visual-Kei-Anhängerinnen ärgern will, muss man sie nach der deutschen Teenagerband fragen, auf die all ihre Schulkolleginnen stehen. Die Antwort wird lauten: "Tokio Hotel ist das Letzte, echt." Der Vorwurf lautet, hier werde der Visual-Kei-Stil ausgebeutet.

Neulich gab es eine Autogrammstunde, als die japanische Rockband MUCC aus dem Visual-Kosmos in Deutschland zu Gast war. MUCC gehört neben Dir en Grey und D'Espairs Ray zu den heute wichtigsten Bands, die Visual Kei hervorgebracht hat. Die Bravo hat sie als Thema entdeckt, man findet zahlreiche Berichte über MUCC und andere japanische Bands in dem Jugendmagazin, das einst auch Tokio Hotel berühmt machte.

Die vier Musiker saßen im Manga-Laden "Neo Tokyo" in München Schwabing. Davor warteten rund 100 Fans, die bei der Verlosung der Teilnahmeplätze gewonnen haben. Sie waren vornehmlich schwarz verpackt in Gothic-Lolita-Rüschenkleider, Ledermäntel, Ringelstrümpfe und Totenkopfshirts. Sie trugen Frisuren wie aus düsteren Manga-Comics, Sicherheitsnadelschmuck, Plateau-Lackstiefel und Nieten.

Einige Passanten wechselten die Straßenseite, als sie die Menge sahen, manche schüttelten den Kopf. Kaum jemand zeigte keine Reaktion, und sei es nur ein Grinsen über die vermeintlichen Zombies.

Vereinnahmung einer Subkultur

Sie sind nicht wirklich Zombies, das ist das Missverständnis, über das sich die deutschen Visuals ständig aufs Neue mokieren. Sie sind noch nicht einmal melancholisch, sondern höchst fidel. Das Missverständnis beruht darauf, dass sie sich die Zeichen der Grufties und Dark-Waver angeeignet zu haben scheinen. Nur stimmt das eben so nicht. Wenn die Visuals eine gemeinsame kulturelle Herkunft haben, dann sind es Mangas, Anime-Zeichentrick, Cosplays und japanischsprachige Rockbands wie MUCC. Was sie verbindet, ist eine Affinität zu japanischer Populärkultur. Und eine gesunde Skepsis gegenüber dem Konsens.

Miya und Tatsurou von der Band MUCC lümmelten in der etwas gelangweilten Pose der interviewgeplagten Rockstars auf einem Ledersofa. Miya, der Gitarrist, trug ein Mickey-Maus-T-Shirt und Ballettschuhe. "Das Publikum in Deutschland ist anders als in Japan, viel mehr gestylt", sagte er. "Das Optische", sagte Tatsurou, "ist uns persönlich mittlerweile etwas zu viel geworden. In Japan sind unsere Fans zumindest bei den Konzerten eher lässig gekleidet." Und dann sagte Miya: "Tokio Hotel zum Beispiel ist eine typische Visual-Kei-Band. Mehr als wir."

Früher hätte man da wohl noch von der Vereinnahmung einer Subkultur durch den Mainstream gesprochen. Aber vielleicht muss man heute, da die Zeichen auf dem Weg zur Auflösung der Zuordenbarkeit sind, besser sagen, dass alles einfach immer nur weitergeht.

 

 

29.4.07 17:38


stuttgarter-zeitung

Um die Bilder zu sehen geht bitte auf den Link:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1408006

 

Stuttgart - Montag morgens um 9 ist die Welt schon nicht mehr in Ordnung. Bereits Samstagmittag hatten die ersten Fans ihr Lager vor dem Steg zur Schleyerhalle auf- und sich bis jetzt erfolgreich die Stunden um die Ohren geschlagen. Und nun dieses Unglück: Das von den Tokio-Hotels-Fans selbst organisierte Nummernsystem kollidiert mit den Vorstellungen des Security-Personals.

Denn die Fans hatten in der Reihenfolge ihres Eintreffens Nummern erhalten, die sie sich unter Regie einer begleitenden Mutter mit schwarzem Fettstift auf den Handrücken malten. Das, so der Plan dahinter, sollte am Montag den Ordnern am Einlass helfen, diejenigen als erste in die Halle zu lassen, die auch tatsächlich am längsten gewartet hatten.

Der Sicherheitsdienst freilich hat andere Vorstellungen und sperrt Blöcke für jeweils rund 100 Fans ab. Am Ende siegt der Kompromiss: Diejenigen, die die ganze Nacht bereits gewartet hatten, dürfen geschlossen in Block Eins, werden also um 17 Uhr auch als erste in die Halle rennen dürfen.

"Das Nummernsystem hat sich im Laufe der Tournee so eingebürgert", erklärt Peter Hempel aus Offenbach am Main, "die Kinder erwarten das jetzt." Hempel muss es wissen: Zusammen mit seiner Frau Monika begleitete Hempel die 15-jährige und einzige Tochter des Hauses schon zu mehreren Konzerten von Tokio Hotel. Stuttgart ist das bereits achte, das die glühende Verehrerin unter der Obhut ihrer Eltern besuchen darf. Aha. Ob die Familie denn auch noch andere Hobbies habe? "Da bleibt nicht mehr viel übrig", seufzt der 50-Jährige und verdreht die Augen - aber so, dass seine Tochter es nicht sieht.

Gegen 9.30 Uhr am Montag haben sich mittlerweile rund 350 meist weibliche Menschen im Zahnspangenalter innerhalb der Absperrgitter auf das lange Warten eingerichtet - inklusive jener 166 eben, die schon am Vorabend hier campiert hatten und nach Mitternacht von der Polizei in die Katakomben der Schleyerhalle geleitet wurden, wo sie eine kurze, aber sichere Nacht verbrachten. Schließlich verhindern heiße Fanherzen auch in kühlen Aprilnächten keine kalten Hintern...

Und wofür das alles? "Der erste Block ist wichtig", verrät Manuela Farnbacher, die ihre zwei Backfisch-Töchter und deren Freundin begleitet, die Beweggründe für den Ausflug vom fränkischen Schwabach nach Stuttgart. Denn in den ersten Block flögen schon mal ein verschwitztes Handtuch oder ein benutztes Plektrum von der Bühne - Souveniers von Bill, Tom, Gustav und Georg, für die der wahre Fan gerne wartet. Und wenn es gar 52 Stunden sind. Mutter und Vater Hempel dagegen haben erst einmal Pause: "Wir gehen jetzt einen Kaffee trinken."

29.4.07 17:31


http://news.idealo.de/news/4578-tokio-hotel-sprachfoerderung.html

http://news.idealo.de/news/4578-tokio-hotel-sprachfoerderung.html

 

Tokio Hotel: Sprachförderung mit Musik

Foto: BildFoto: Bild

Wer schon einmal in Frankreich war, der weiß um die Sprachfaulheit der Einheimischen. Dass nun ausgerechnet die vier Jungs von Tokio Hotel nicht nur Mädchen zum Kreischen bringen, sondern auch Franzosen zum Deutsch lernen – das hätte wohl niemand erwartet. Heute Abend absolviert die Popgruppe in Paris ihren ersten von zwei Auftritten in Frankreich. Das dort ansässige Goethe-Institut hatte aber schon vorab mit dem Tokio-Hotel-Effekt zu kämpfen, wie auf der Internetseite web.de zu lesen ist. Fast täglich gingen Anfragen bezüglich der deutschen Songtexte ein.

Die Kaulitz-Brüder und ihre zwei Gesellen erreichten 2005 mit ihrem Debüt-Album „Schrei“ immerhin Platz 12 in den französischen Charts. Anfang diesen Jahres folgte aufgrund der anhaltend guten Verkaufszahlen die Goldene Schallplatte. Mit der aktuellen Scheibe „Zimmer 483“ kletterte Tokio Hotel eine Woche nach der Veröffentlichung auf Platz 2. Bei diesen Erfolgen musste das Marketing reagieren und so gibt es die Internetseite der Popgruppe nun auch in einer französischen Version. Das Goethe-Institut hofft vor allem, dass sich mehr Jugendliche für die angebotenen Deutschkurse interessieren. Vorsorglich wurden die Lehrenden schon einmal mit den Songtexten von Tokio Hotel ausgestattet.

 

 

 

29.4.07 17:27


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