wir sterben niemals aus
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Stuttgart - Montag morgens um 9 ist die Welt schon nicht mehr in Ordnung. Bereits Samstagmittag hatten die ersten Fans ihr Lager vor dem Steg zur Schleyerhalle auf- und sich bis jetzt erfolgreich die Stunden um die Ohren geschlagen. Und nun dieses Unglück: Das von den Tokio-Hotels-Fans selbst organisierte Nummernsystem kollidiert mit den Vorstellungen des Security-Personals.

Denn die Fans hatten in der Reihenfolge ihres Eintreffens Nummern erhalten, die sie sich unter Regie einer begleitenden Mutter mit schwarzem Fettstift auf den Handrücken malten. Das, so der Plan dahinter, sollte am Montag den Ordnern am Einlass helfen, diejenigen als erste in die Halle zu lassen, die auch tatsächlich am längsten gewartet hatten.

Der Sicherheitsdienst freilich hat andere Vorstellungen und sperrt Blöcke für jeweils rund 100 Fans ab. Am Ende siegt der Kompromiss: Diejenigen, die die ganze Nacht bereits gewartet hatten, dürfen geschlossen in Block Eins, werden also um 17 Uhr auch als erste in die Halle rennen dürfen.

"Das Nummernsystem hat sich im Laufe der Tournee so eingebürgert", erklärt Peter Hempel aus Offenbach am Main, "die Kinder erwarten das jetzt." Hempel muss es wissen: Zusammen mit seiner Frau Monika begleitete Hempel die 15-jährige und einzige Tochter des Hauses schon zu mehreren Konzerten von Tokio Hotel. Stuttgart ist das bereits achte, das die glühende Verehrerin unter der Obhut ihrer Eltern besuchen darf. Aha. Ob die Familie denn auch noch andere Hobbies habe? "Da bleibt nicht mehr viel übrig", seufzt der 50-Jährige und verdreht die Augen - aber so, dass seine Tochter es nicht sieht.

Gegen 9.30 Uhr am Montag haben sich mittlerweile rund 350 meist weibliche Menschen im Zahnspangenalter innerhalb der Absperrgitter auf das lange Warten eingerichtet - inklusive jener 166 eben, die schon am Vorabend hier campiert hatten und nach Mitternacht von der Polizei in die Katakomben der Schleyerhalle geleitet wurden, wo sie eine kurze, aber sichere Nacht verbrachten. Schließlich verhindern heiße Fanherzen auch in kühlen Aprilnächten keine kalten Hintern...

Und wofür das alles? "Der erste Block ist wichtig", verrät Manuela Farnbacher, die ihre zwei Backfisch-Töchter und deren Freundin begleitet, die Beweggründe für den Ausflug vom fränkischen Schwabach nach Stuttgart. Denn in den ersten Block flögen schon mal ein verschwitztes Handtuch oder ein benutztes Plektrum von der Bühne - Souveniers von Bill, Tom, Gustav und Georg, für die der wahre Fan gerne wartet. Und wenn es gar 52 Stunden sind. Mutter und Vater Hempel dagegen haben erst einmal Pause: "Wir gehen jetzt einen Kaffee trinken."

29.4.07 17:31
 


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